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ABDATA Meldung
(c) Werbe- und Vertriebsgesellschaft Deutscher Apotheker mbH/ABDATA - 2010-03-04

Vor allem jüngere Männer, die regelmässig Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure
(ASS), Paracetamol oder nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) einnehmen,
scheinen ein deutlich höheres Risiko zu haben, schwerhörig zu werden als solche,
die die Stoffe nur gelegentlich einnehmen - das ist zumindest das Ergebnis einer
kürzlich im 'American Journal of Medicine' veröffentlichten Studie, in der
26.000 Männer 18 Jahre lang alle zwei Jahre zu ihrer Gesundheit befragt wurden.
Ziel der Untersuchung war es, andere mögliche Ursachen für Schwerhörigkeit
ausser Lärm und Alter zu identifizieren.

Es zeigte sich, dass das Risiko bei Männern mit regelmässigem ASS-Konsum um 33%
höher lag als bei Männern, die nur gelegentlich ASS einnahmen. Ein deutlicher
Zusammenhang mit der Einnahme des Schmerzmittels wurde nur bei Männern unter 60
Jahren gefunden, bei älteren Männern war er weniger deutlich ausgeprägt.

Von ASS ist schon länger bekannt, dass der Wirkstoff in hoher Dosierung das
Innenohr schädigen und Tinnitus auslösen kann. Dass das Risiko für Hörschäden
aber auch durch die Einnahme anderer Schmerzmittel zunehmen kann, war bislang
nicht bekannt. Besonders hoch scheint das Risiko für das altbekannte Schmerz-
und Fiebermittel Paracetamol zu sein: Die Studie ergab, dass sich das Risiko für
Hörschäden durch den regelmässigen Konsum von Paracetamol bei Männern unter 50
Jahren sogar um bis zu 99% erhöht. Bei den 50-59-Jährigen wurde noch ein um 38%
höheres Risiko und bei den über 60-Jährigen ein um 16% höheres Risiko
festgestellt.

Auch für nichtsteroidale Entzündungshemmer, z.B. Ibuprofen, zeigte sich ein
deutlicher Zusammenhang zwischen Alter und Schwerhörigkeit: Männer unter 50
Jahren, die NSAR regelmässig anwendeten, hatten ein um 61 Prozent höheres Risiko
für einen Hörverlust, für die 50- bis 60-Jährigen betrug es noch 32 Prozent und
für alle über 60 Jahre noch 16 Prozent.

Aufgrund der Ergebnisse dieser neuen Studie bekommt die vor einiger Zeit
eingeführte, von vielen kritisierte Verschreibungspflicht von Grosspackungen von
Paracetamol und die vom Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht beim
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geplante
Verschreibungspflicht für Grosspackungen der bislang verschreibungsfreien
Analgetika Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Diclofenac, Phenazon oder
Propyphenazon eine ganz neue Bedeutung. Auf jeden Fall sollten Patienten, die in
der Apotheke regelmässig die genannten Schmerzmittel verlangen, auf dieses
mögliche Risiko hingewiesen werden.

Quelle:
http://www.amjmed.com/webfiles/images/journals/ajm/


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